Die Krankenversicherung im Vergleich
Die Krankenversicherung ist eine der tragenden Säulen einer Solidargemeinschaft und des deutschen Sozialstaats überhaupt. Hierdurch wird gewährleistet, dass ein Mensch im Krankheitsfall die Behandlung erhält, die er benötigt, auch wenn die Behandlungskosten seine Mittel übersteigen sollten.
Der Krankenversicherung Vergleich sieht vereinfacht ausgedrückt vor, dass alle erwerbstätigen Bürgerinnen und Bürger einen prozentualen Beitrag ihrer Einkünfte in diese Versicherung bezahlen. Einen ebenso hohen Beitrag haben die Arbeitgeber zu leisten.
Hiervon wird zunächst eine gewisse Infrastruktur bereitgestellt: Krankenhäuser, Krankentransporte, niedergelassene Ärzte auch in dünn besiedelten Regionen etc. sollen dafür sorgen, dass alle Bürger im Bedarfsfall in den Genuss ärztlicher Leistungen und Medikamente gelangen.
Stationäre Aufenthalte im Krankenhaus sowie vor allem Operationen sind zudem sehr teuer und würden meist die finanziellen Mitteln der Patienten erheblich übersteigen. Dies gilt auch für chronisch Kranke, die auf regelmäßige Einnahme teurer Arzneimittel angewiesen sind; auch hier übernimmt die Krankenkasse einen großen Teil der Kosten für die Medikamente.
In der jüngeren Vergangenheit ist das System indes an Grenzen gestoßen und erweist sich als zunehmend unfinanzierbar: Die deutsch Wiedervereinigung hat zunächst zu einer Aufnahme von ca. 17 Mio. Menschen unter den Schirm der Krankenversicherung geführt, die nie Beiträge einbezahlt hatten. Hinzu kamen Millionen von Spätaussiedlern aus den ehemaligen Ostblockstaaten. Verschärft wird die Krise durch eine schlecht koordinierte Zuwanderung aus dem Ausland und die Aufnahme ganzer Familienverbände im Zuge der Familienzusammenführung.
Das größte Problem ist allerdings der demographische Wandel: Die Menschen werden immer älter und bedürfen im Alter naturgemäß immer aufwändigerer ärztlicher Betreuung. Dieser Wandel scheint nicht aufzuhalten zu sein und so ist es absehbar, wann ein einzelner Beitragszahler einen Menschen mitversichern muss, der keine Beiträge bezahlt und dies mitunter auch sein ganzes Leben lang nicht getan hat.
Durch verschiedene Reformen hat die Politik in den letzten zwei Jahrzehnten versucht, dem Zusammenbruch der Kassen entgegenzuwirken. Heraus kamen indes nur Stückwerke von zum Teil fragwürdigem Inhalt: Während auf der einen Seite die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen immer weiter eingeschränkt wurden, erhielten Besserverdienende und Unternehmer die Möglichkeit, über eine private Krankenversicherung aus der Solidargemeinschaft auszusteigen. Diese Amerikanisierung der Verhältnisse im Gesundheitswesen stößt zurecht auf Kritik, zumal man in den Vereinigten Staaten sehen kann, dass diese Lösung zu sozialen Verwerfungen großen Umfangs geführt hat und man dort über die Einführung eines Systems nach dem alten deutschen Vorbild nachdenkt.